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Musik für ein Gen - Neue Zürcher Zeitung


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Es gibt in unserem Erbgut ein Gen, das dafür verantwortlich ist, wie rein wir singen können. Die Komposition «Music for a Gene» ist eine Ode an dieses Gen.

Am Anfang war das Gen UGT8. Oder besser gesagt eine Mutation dieses Gens. Wie ein südkoreanisches Forscherteam herausgefunden hat, könnte eine kleine Abänderung in der DNA-Sequenz dieses Gens dafür verantwortlich sein, dass gewisse Leute reiner singen können als andere . Ausgehend von dieser wissenschaftlichen Erkenntnis hat der französische Komponist Olivier Calmel ein Werk für Streichquartett namens «Music for a Gene» komponiert, das am Mittwoch in Genf uraufgeführt wurde.

Der Auftraggeber für dieses aussergewöhnliche Experiment ist das Institut für Bioinformatik Schweiz , das sich unter anderem mit der Erforschung von Genen beschäftigt, deren Funktion noch unbekannt ist. «Wir wollten herausfinden, ob uns die Musik dabei helfen kann, Konzepte aus der Genetik besser zu verstehen», erklärt die in Genf basierte Forscherin Lydie Lane. Was zunächst absurd klingt, ist es auf den zweiten Blick gar nicht. Seit der Entdeckung der Struktur unserer DNA in Form einer Spirale im Jahr 1953 haben Künstler diese sogenannte Doppelhelixaufgegriffen und sich zu eigen gemacht. Einer der Ersten unter ihnen war der Surrealist Salvador Dalí, aber auch Grafiker und Architekten arbeiten mit dem Symbol der geschwungenen Leiter. Heute gibt es neben Postern und T-Shirts sogar Handy-Hüllen, die mit einer Doppelhelix geschmückt sind. «Diese künstlerische Umnutzung eines wissenschaftlichen Konzepts hat viel dazu beigetragen, das Interesse der Leute für die Genetik zu wecken», sagt Lane. Und weil sie selbst Cello spiele, habe sie die Idee gehabt, bei ihrem Projekt die Musik als Vektor zu nutzen.

Abfolge von vier Buchstaben

Interessanterweise gibt es auch hier bereits Vorläufer: So hat etwa der schottische Komponist Stuart Mitchell die DNA einer Rose in ein Musikstück gepackt . Um dies zu verstehen, muss man wissen, dass unser Erbgut aus einer unendlich langen Abfolge von vier Buchstaben – A, G, C und T – besteht. Drei dieser Buchstaben entsprechen einem Ton auf der Tonleiter, nur für das T muss also noch ein Schlüssel gefunden werden, um daraus einen Ton generieren zu können – das Ergebnis ist eine zufällige Abfolge der gleichen vier Töne.

Variationen eingebaut

Das Projekt «Music for a Gene» geht über diesen etwas monotonen Ansatz hinaus. Auch Calmel arbeitete zwar mit der Buchstabenfolge, die das Gen UGT8 ausmacht. Er hat sich aber die Freiheit herausgenommen, bei der Transkription Variationen einzubauen, um eine grössere Vielfalt zu erreichen. Das Resultat sind sieben Sätze, die er Vererbung, Chromosomen, Doppelhelix, Gene, genetischer Code, Diversität und Sequenzierung genannt hat. Ob man diese Konzepte nach dem Hören besser versteht, sei dahingestellt. Zumindest ist das Interesse geweckt, wieder einmal das Biologiebuch aus der Mittelschule aufzuschlagen.

Neue Zürcher Zeitung - Andrea Kucera >> voir l'article
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